Handwerkskunst

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porcelain manufacture - step 1   1Ein historisches Musterbuch mit ersten Eintragungen um 1890 lagert im Tresor. Hier sind die Fürstenberg-Formen maßstabsgetreu aufgezeichnet, ergänzt bspw. durch Entwurfsjahr oder Designernamen. Bis heute arbeiten Modelleure nach diesem Buch.   porcelain manufacture - step 2   2An der Drehscheibe formen Modelleure nach Zeichnung ein Gipsmodell auf. Bereits hier wird berücksichtigt, dass Porzellanstücke beim Brand schrumpfen. Von diesem Gipsmodell wird eine Hauptform abgegossen. In einem dritten Schritt folgt die Modelleinrichtung aus Silikon oder Kunstharz.  
3 Von diesem Modell können die Formgießer beliebig viele Arbeitsformen aus Gips gießen, mit denen dann der Porzellanscherben geformt wird. Diese Arbeitsformen nutzen sich ab und werden deshalb ständig nachproduziert. Porzellanmanufaktur - Schritt 3 4 Die Arbeitsformen kommen in spezielle Trockenschränke. Darin wird das sogenannte Anmachwasser bei konstanter Temperatur aus den Formen herausgetrocknet. Dieser Vorgang dauert bis zu einer Woche. Porzellanmanufaktur - Schritt 4

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Porzellanmanufaktur - Schritt 5   5 Bei der Herstellung mittels Hohlguss scheint ein wenig Magie im Spiel: Äußerlich nicht sichtbar entzieht die mit Schlicker gefüllte Gipsform der flüssigen Rohmasse Wasser. Gießt man nach einer bestimmten Zeit den restlichen Schlicker ab, findet sich der Scherben als dünne Masseschicht an der Innenwandung der Gipsform.   Porzellanmanufaktur - Schritt 6   6 Um überschüssige Masse am Rohling, wie Vorsprünge im Eingussbereich oder überstehende Ränder zu entfernen, hat jeder Mitarbeiter sein selbst angepasstes Werkzeug. Da werden Messer umgeschliffen, Klingen eingekürzt und Schabebleche gebogen und wie ein kleines Heiligtum gehütet.  
7 Eine schlichte Teekanne besteht aus fünf Einzelteilen, als da wären Corpus, Tülle, Henkel, Deckel und Deckelknopf. Bei einer Figurengruppe wie "Die Kaffeegesellschaft" müssen 120 Einzelteile bearbeitet werden. Porzellanmanufaktur - Schritt 7 8 Perfekt glatte Oberflächen sind das Ziel der Putzer. Mit feuchten Schwämmen und feinen Messerchen beseitigen die Mitarbeiter mit scharfem Auge Grate, Gussnähte und Unebenheiten. Porzellanmanufaktur - Schritt 8

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Porzellanmanufaktur - Schritt 9   9 Wenn der Henkel an die Tasse kommt, dann heißt das "Angarnieren". Mit schier unerschütterlicher Präzision klebt der Porzelliner Porzellanteile mit einer genau bemessenen Menge Schlicker an einer exakt definierten Stelle zusammen. Nachruckeln oder Zurechtschieben ist dann nicht mehr möglich.   Porzellanmanufaktur - Schritt 10   10 Beim anschließenden Glühbrand werden die fragilen Stücke in der bis zu 1.000 °C heißen Brennkammer des Herdwagenofens das erste Mal gebrannt. Dieser Brand entzieht den Rohlingen die Feuchtigkeit und bereitet sie für das nun folgende Glasieren vor.  
11Während des Glühbrandes hat sich alle Restfeuchte verflüchtigt und ein fester, aber noch poröser, höchst saugfähiger Rohling ist entstanden, der nicht mehr wasserlöslich ist. Mit Druckluft entstauben die Mitarbeiter nun jedes Teil, dringende Voraussetzung für den anschließenden Auftrag der Glasur. Porzellanmanufaktur - Schritt 11 12 Die Unterglasur-Bodenmarke, das wie von Hand gemalte "F" samt Krone, wird als Zeichen echter Manufakturarbeit auf der Unterseite eines jeden Stückes angebracht. Das leuchtend blaue Kobaltoxyd ist eine der wenigen Farben, die die extrem hohen Temperaturen des noch folgenden Glattbrandes unbeschadet überstehen. Porzellanmanufaktur - Schritt 12

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Porzellanmanufaktur - Schritt 13   13 Mit elegantem und geschicktem Schwung schwenkt der Glasierer die Rohlinge durch die verwendete Glasur, die im Wesentlichen aus den gleichen Rohstoffen wie die Porzellanmasse besteht. Für die lückenlose Versiegelung wird mit Pinsel und Fingerspitzengefühl nachbearbeitet.   Porzellanmanufaktur - Schritt 14   14 Beim 2. Brand, dem Glattbrand, herrschen Temperaturen von bis zu 1.400 °C. Bei dieser Hitze verbinden sich die Porzellanbestandteile des Scherbens miteinander, er wird "dicht gesintert". Zeitgleich schmilzt die Glasur und sorgt für eine glänzende, absolut dichte Oberfläche.  
15 Mit Gefühl für den perfekten Pinselstrich arbeiten die Porzellanmaler. Besonderes Können erfordert die Gold- und Platinmalerei, mit der in aufwändiger, freier Handarbeit Serviceteile oder Figuren verziert werden. Die Edelmetallpräparate reagieren beim Glasurbrand äußerst kapriziös. Porzellanmanufaktur - Schritt 15 16 Der weiße FÜRSTENBERG Scherben dominiert das sogenannte Weißlager, in dem die gesamte Kollektion in der schlichten, undekorierten Version auf Vorrat lagert. Im Dekorlager hingegen kann man die Wirkung von unterschiedlichen Farben und verschiedensten Dekoren auf Porzellan bewundern. Porzellanmanufaktur - Schritt 16